Der ehemalige Hohe Repräsentant in Bosnien und Herzegowina und langjährige Politiker aus Deutschland, Christian Schwarz-Schilling, ist verstorben und hinterlässt eine politische Karriere, die durch Engagement auf dem Balkan und klare Positionen zur Nachkriegsordnung in Bosnien und Herzegowina geprägt war, berichtet Politicki.ba.
Christian Schwarz-Schilling wurde 1930 in Innsbruck geboren und baute seine politische Karriere in den Reihen der deutschen Christlich Demokratischen Union (CDU) auf. Während seines jahrzehntelangen Engagements war er Abgeordneter im Bundestag, wo er sich den Ruf eines Politikers erwarb, der sich mit Fragen der Telekommunikation, aber auch mit internationalen Beziehungen befasste. Von 1982 bis 1992 übte er das Amt des Bundesministers für Post und Telekommunikation in der Regierung von Helmut Kohl aus.
Seine politische Karriere war auch durch eine starke Ablehnung der Politik der internationalen Gemeinschaft während des Krieges in Bosnien und Herzegowina geprägt. Schwarz-Schilling trat 1992 von seinem Ministeramt zurück und protestierte damit, wie er damals angab, gegen die unzureichende Reaktion des Westens auf den Krieg und das Leid in Bosnien und Herzegowina.
Danach beteiligte er sich aktiv an diplomatischen Bemühungen und vermittelte in verschiedenen humanitären und politischen Initiativen im Zusammenhang mit dem Balkan. Im Laufe der Jahre war er als internationaler Mediator und Berater tätig und zeichnete sich insbesondere durch das Eintreten für ein stärkeres Engagement der internationalen Gemeinschaft bei der Stabilisierung der Lage in Bosnien und Herzegowina aus.
